Susanne Cerón Baumann, Projektleiterin der vocatium Potsdam, erläutert im Interview die Besonderheiten der Fachmesse für Ausbildung und Studium.
Susanne Cerón Baumann ist beim Messeveranstalter IfT Institut für Talententwicklung die Projektleiterin für die Messe vocatium Potsdam, die in diesem Jahr zum neunten Mal in der brandenburgischen Landeshauptstadt stattfindet. Die Messetage sind der 29. und 30. September in der Metropolis-Halle am Filmpark Babelsberg.

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Foto: IfT GmbH

Ausbildungsmessen gibt es viele. Was ist das Besondere der vocatium?

Susanne Cerón Baumann: Dazu muss ich ein wenig ausholen. Das Konzept der vocatium wurde vor inzwischen 26 Jahren von unserem Geschäftsführer Roderich Stintzing entwickelt. Er hatte für eine Jobmesse ein Buch erstellt mit Adressen von Ausbildungsbetrieben und detaillierten Informationen über sie. Das war damals erfolgreicher als die Messe selbst. Daraus ist dann in der Folge die Fachmesse für Ausbildung und Studium vocatium entstanden. Deren Grundprinzip ist die Verbindlichkeit. Sie ist keine Durchlaufmesse, sondern es gibt feste vereinbarte Kontakte.

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vocatium, IfT GmbH

Wie erreichen Sie die Verbindlichkeit?

Die vocatium richtet sich ausschließlich an Schulklassen, die als Teil des Unterrichts die Messe besuchen, und zwar nach gründlicher Vorbereitung. Als Verantwortliche für die Messe bin ich schon in der Zeit zwischen den Oster- und den Sommerferien mit vorbereitenden Workshops in den teilnehmenden Schulen unterwegs. Wir sind Teil des berufsorientierenden Unterrichts. Die Schülerinnen und Schüler erhalten einen Gesprächswunschbogen, auf dem sie bis zu vier Aussteller ankreuzen, bei denen sie sich verbindlich für einen Gesprächstermin anmelden.

Zur vocatium geht es nur über die Schule?

Nicht unbedingt. Im Prinzip steht die Veranstaltung jedem offen – auch jungen Menschen, die gerade die Schule beendet haben. Aber in der Regel kommen nur die Schülerinnen und Schüler, die ich vorab besucht habe. Über die Lehrkräfte erhalten die Schüler/*innen zwei Wochen vor der Messe eine personalisierte Einladung mit ihren Terminen.

Engt das die Jugendlichen auf der Messe nicht zu sehr ein?

Spontane Besuche an anderen Ständen sind immer möglich. Keiner hat nur die festen Termine. Viele Jugendliche markieren sich vorher mit Klebezetteln im Messehandbuch die Anbieter, die sie auch noch interessieren. Neben den fest vereinbarten Gesprächen bleibt dafür also immer noch genug Zeit an den Messetagen.

Können die Unternehmen denn mit Ihrem Konzept tatsächlich mehr Ausbildungsplätze besetzen?

Eine eigene Statistik führen wir dazu nicht. Aber wir erhalten viele positive Rückmeldungen von den Ausstellern mit Berichten von Auszubildenden, die sie auf einer vocatium in den Vorjahren gewonnen haben. Eine Bestätigung, dass unser Konzept aufgeht, ist für uns schon die Tatsache, dass uns die Unternehmen treu bleiben. Und das, obwohl die vocatium für die Aussteller mitunter etwas teurer ist als andere Jobmessen. Dafür bekommen sie aber auch sehr viel geboten.

Wie hat sich die Zahl der Aussteller entwickelt?

Sie hat sich in den vergangenen Jahren erhöht. In Potsdam haben wir jetzt etwas mehr als 100 Aussteller. Schon im vergangenen Jahr mussten wir in die Metropolis-Halle ausweichen. Vorher waren wir in der MBS-Arena an die Kapazitätsgrenzen gelangt. Ich denke, in der nächsten Zeit wird es sich in dieser Größenordnung stabilisieren. Aber die vocatium gibt es ja nicht nur in Potsdam, sondern an rund 75 Standorten in Deutschland. Im Land Brandenburg zum Beispiel auch in der Region Teltow-Fläming, in Falkensee, Prenzlau oder in Cottbus.

Was können Jugendliche machen, deren Schule sich nicht an der vocatium beteiligt?

Sie können wie gesagt die vocatium spontan besuchen. Oder sie gehen auf die parentum am 21. November 2026 in der Fachhochschule Potsdam. Das ist eine offene Messe ohne Unterrichtsvorbereitung, die sich an Jugendliche und deren Eltern im ganzen Land Brandenburg und in Berlin richtet. Und jetzt zu Jahresbeginn, am 22. Januar, haben wir eine Auftaktveranstaltung für Unternehmen im Filmpark Babelsberg. Dort können sie sich detailliert über das Konzept der vocatium informieren.

Kontakt

Portait von Susanne Cerón Baumann
Susanne Cerón Baumann,
Foto: IfT GmbH

Anmeldungen zur Auftaktveranstaltung und weitere Fragen gerne direkt an

Frau Susanne Cerón Baumann
Projektleiterin vocatium Potsdam
s.ceron@if-talent.de
+49 331 96788672

Interview: Ulrich Nettelstroth

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