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Foto: Envato / africaimages

Pflegefachassistenzausbildung ab 2027 möglich 

Du willst Dich beruflich in der Pflege engagieren? Du suchst aber eine intensivere fachliche Qualifizierung und im späteren Arbeitsalltag mehr Kompetenzen und Einsatzmöglichkeiten als in der bisherigen Alten-, Kranken- und Gesundheitspflegehilfe? Dann könnte für Dich die vom Bundestag beschlossene neue bundeseinheitliche Pflegefachassistenzausbildung die richtige Lösung sein.  

Sie tritt ab dem kommenden Jahr an die Stelle eines bisherigen Flickenteppichs mit 27 länderspezifischen Regelungen und erweitert derzeitige Einsatzmöglichkeiten erheblich. „Die Pflegefachassistenz soll die volle fachliche Verantwortung des Pflegefachpersonals im Pflegeprozess gezielt unterstützen, entlasten und verlässlich zuarbeiten mit klar abgegrenzten Kompetenzen“, beschreibt die Präsidentin des Deutschen Pflegerats, Christine Vogler, die neue Qualifizierung.  

Selbstständiges Arbeiten in allen Versorgungsbereichen 

Ein Hintergrund für die neue bundesweite generalistische Ausbildung ist natürlich, den durch den wachsenden Pflegebedarf weiter steigenden Fachkräftemangel in diesem Bereich zu bekämpfen. Mit der Pflegefachassistenz werde ein Qualifikationsniveau geschaffen, das in der Lage ist, in allen Versorgungsbereichen selbstständig definierte pflegerische Aufgaben in nicht komplexen Situationen wahrzunehmen, charakterisiert Christine Vogler das Berufsbild. Die Verlagerung geeigneter Aufgaben von Pflegefach- auf Pflegefachassistenzpersonal diene dazu, „Pflegefachkräfte zu entlasten und vorhandene Personalressourcen effizienter einzusetzen“. 

Qualifiziert für Einsätze in Kliniken und Pflegeeinrichtungen 

Als ausgebildeter Pflegefachassistent bist Du qualifiziert für Einsätze in Kliniken genauso wie in der ambulanten und stationären Langzeitpflege, was den Wechsel zwischen den einzelnen Bereichen und damit die Arbeitsplatzwahl enorm erweitert. Für die Gesundheitsversorgung erweitern sich so die Möglichkeiten, die Pflege auf Dauer zu sichern, da der Einsatz vorhandener Personalressourcen effizienter zu gestalten ist. Die neue Ausbildung wurde auch so angelegt, dass sich Dir eine echte Anschlussfähigkeit zur Pflegefachausbildung auch in verkürzter Form bietet, um Deine Berufsbiografie fortzusetzen. „Das hilft, Menschen auch langfristig in der Pflege zu halten“, ergänzt die Pflegeratspräsidentin. 

Mit 18 Monaten ist die Ausbildung deutlich kürzer angelegt als die Qualifikation zur Pflegefachperson mit 36 Monaten und länger als die in Brandenburg bislang so geregelte Gesundheits- und Krankenpflegehelfer-Ausbildung mit einem Jahr. Sie zielt dabei laut Christine Vogler darauf, „definierte pflegerische Aufgaben kompetent zu übernehmen, ohne die Pflegeprozessverantwortung der Pflegefachperson zu ersetzen“.  

Verlässlichkeit und Teamfähigkeit als Zugangsvoraussetzungen 

Als Zugangsvoraussetzung benötigst Du in der Regel eine Berufsbildungsreife, die mit Abschluss der normalen Oberschule erlangt wird. Mit positiver Prognose der Pflegeschule ist aber auch ein Zugang ohne formalen Abschluss möglich. Du solltest verlässlich sein, aufmerksam beobachten können, respektvoll kommunizieren und im Team arbeiten können. Die Pflegefachassistenz erfordert zudem körperliche und psychische Belastbarkeit sowie die Bereitschaft, sich fachlich kontinuierlich weiterzuentwickeln. „Gute Pflege entsteht nicht aus Tempo, sondern aus Kompetenz, Verantwortung und Haltung“, meint Christine Vogler. Alle Auszubildenden würden künftig anders als bei der bislang geltenden landesrechtlichen Pflegeassistenz eine angemessene Ausbildungsvergütung erhalten. 

Ein Praktikum wird empfohlen 

Bereits begonnene Ausbildungen nach Landesrecht können für eine Übergangszeit zu Ende geführt werden. Bestandsschutz und Übergangsoptionen sind ausdrücklich vorgesehen. Um eventuell entstehende Überbrückungszeiten bis Anfang 2027 sinnvoll zu nutzen, schlägt die Pflegeratspräsidentin Interessierten vor, „etwa über ein Praktikum oder ein Freiwilliges Soziales Jahr den Beruf realistisch kennenzulernen“. 

Text: Gerald Dietz