Ein unbekannter Beruf?
Aron Nadezda lernt(e) das Zahntechnikerhandwerk und ist Botschafter 

„Ich kannte den Beruf gar nicht“, bekennt Aron Nadezda freimütig. Logisch, wer denkt schon im Teeny-Alter an Implantate, Zahnkronen oder Zahnersatz?  Als er über seinen Weg nach Abschluss der Fachoberschule nachdachte, kamen Schäfer und Busfahrer in die engere Auswahl, ohne damit eine Punktlandung zu schaffen.  

Direktflug vom Praktikum zum Ausbildungsvertrag 

Im familiären Freundeskreis bekam Aron den Tipp, sich die Arbeit im Dental Labor Teltow anzuschauen. Was er sah, gefiel ihm und so folgte im Sommer 2022 ein Praktikum. Ergebnis: Direktflug vom Praktikum zum Ausbildungsvertrag. „Das war für mich sehr wichtig, damit ich erst einmal etwas in der Tasche habe“, erinnert sich der 21-Jährige. 

Glücklich mit seiner Ausbildung und den Perspektiven im Beruf: Zahntechniker Aron Nadezda © Dental Labor Teltow
Glücklich mit seiner Ausbildung und den Perspektiven im Beruf: Zahntechniker Aron Nadezda
© Dental Labor Teltow

Handwerk, Ästhetik, Stressresistenz – darauf kommt es an 

„Schnell habe ich gemerkt, dass diese Arbeit, die handwerkliche Fähigkeiten, Kopfarbeit, Ästhetik und Stressresistenz verbindet, die richtige für mich ist und mir Spaß macht.“ Bettina Otto, die das Dental Labor Teltow gemeinsam mit ihrem Mann Andreas nach 16 Jahren im Angestelltenverhältnis 2012 gründete, nennt das Zusammenspiel von Kopf und Händen sowie diszipliniertes und verlässliches Arbeiten als wichtigste Voraussetzungen für diesen abwechslungsreichen Handwerksberuf, der täglich neue, individuelle Aufgaben stellt.  

Präzision trifft auf Ästhetik: Zahntechniker Aron Nadezda bei der Arbeit. © Dental Labor Teltow
Präzision trifft auf Ästhetik: Zahntechniker Aron Nadezda bei der Arbeit. © Dental Labor Teltow

Die Geduld wie ein Leistungssportler trainiert 

Die Ausbildung zum Zahntechniker dauert dreieinhalb Jahre. Gerade hat Aron seine theoretischen und praktischen Prüfungen – letztere umfassten vier Tage am Stück – absolviert. Die Ergebnisse stehen aus. „Das war schon eine stressige Zeit, aber ich hatte gute Klassenkameraden.“ Und noch einen Vorteil sieht Aron: „Da wir im Vergleich zu anderen Laboren ein kleiner Betrieb sind, wurde ich ziemlich schnell ins kalte Wasser geschmissen und konnte schon frühzeitig in meiner Ausbildungszeit Arbeiten zuerst beobachten, dann assistieren und bald schon übernehmen. Dafür bin ich dem ganzen Team sehr dankbar. Meine Klassenkameraden staunten oft, wenn ich sagte: Kombizahnersatz, Teleskop- und Modellgussprothesen … habe ich schon gemacht.“ Bettina Otto berichtet, dass Aron sehr zielstrebig ist und mit viel Ehrgeiz an jedem Detail arbeitet. „Er hat sich erfolgreich zum Allround-Zahntechniker entwickelt“, lobt sie. Längst arbeitet Aron Nadezda selbstständig, hat seine Geduld wie ein Leistungssportler trainiert und hält auch dem Druck, Arbeiten in bester Qualität fristgenau auf den Punkt zu absolvieren, gut stand.   

Kondition holt sich der junge Mann im Fitnessstudio, das er dreimal wöchentlich vor der Arbeit besucht, was heißt: 6 Uhr aufstehen, Sport, dann Labor. „Ich bin dann voller Energie, zudem ist es ein guter Ausgleich zum vielen Sitzen bei der Arbeit.“  

Der nächste Schritt ist die Meisterausbildung 

Aron Nadezda möchte in seinem Beruf bleiben, „weil ich jeden Tag mit meinen Erfahrungen wachse und weiß, dass wir Patienten glücklich machen.“ Der meistgegangene Karriereweg für Zahntechniker ist die Meisterausbildung, für die es zwei Wege gibt: Nach der abgeschlossenen Ausbildung ein Jahr Vollzeitlehrgang oder in der Kombination von Arbeit und Meisterschule freitags und samstags. „Ich möchte gern wachsen und meinen Meister machen“, formuliert Aron seine Zukunftspläne, wobei er die längere Ausbildung favorisiert, damit er auch finanziell über die Runden kommt.   

Ein Botschafter für die Ausbildung im Handwerk 

Doch die Karriere hat längst begonnen, denn Aron Nadezda ist Ausbildungs-Botschafter – ein Projekt der Handwerkskammer Potsdam. Zukünftig berichtet er auf Augenhöhe Azubi-Einsteigern und an Schulen in der Region über seinen Beruf und die guten Perspektiven. „Ich möchte Interesse an diesem abwechslungsreichen Handwerksberuf wecken, damit ihn viele für sich entdecken“, sagt der frisch berufene Botschafter.  

von Brigitta Sonntag