Mediengestalter/-in

Interview VI

Alles – außer Standardarbeit 

Leon Hohenstein ist Mediengestalter bei der Märkischen Allgemeinen.

Auf dieses Buch ist Leon Hohenstein besonders stolz: ein Märchenbuch mit dem Titel „Der Mond ist in Gefahr“. Der Einband, das Papier, die Schrift, die Schriftgröße, die Aufbereitung der Illustrationen – um all das hat sich Leon Hohenstein gekümmert. Dieses „sehr aufwendige Projekt“, bei dem er mit vielen Partnern zusammengearbeitet hat, war sein Projekt im dritten Lehrjahr. „Ich hatte in jedem Ausbildungsjahr eine große Aufgabe“, erklärt der 21-Jährige. Leon Hohenstein hat bei der Märkischen Allgemeinen Zeitung eine Ausbildung zum Mediengestalter Digital und Print der Fachrichtung Gestaltung und Technik gemacht. 

Im Juli ist er nach dreijähriger Lehrzeit vom Betrieb übernommen worden. „In dieser Zeit habe ich so viel ausprobiert – das find ich super“, sagt der Mediengestalter.Auf seinem Ausbildungsplan standen beispielsweise Webdesign, das Anlegen und Pflegen von Datenbanken, Logo-Entwicklung und Typografie. Als Mediengestalter bei der MAZ kümmert er sich um digitale Beilagen, Datenprüfung und darum, dass die Fotos für die unterschiedlichsten Produkte Druckqualität haben. Er bearbeitet Fotos auch so, dass Gegenstände oder Personen „ausgeschnitten“ werden. Das heißt, der Bildhintergrund verschwindet. Der Experte spricht von einem Freisteller oder auch Teilfreisteller. Leon Hohenstein setzt technisch das um, was Redakteure und Layouter für Zeitungsseiten oder Magazinseiten als grafische Besonderheiten planen. „Je kreativer die Redakteure sind, desto mehr habe ich zu tun“, meint er lachend. „Ich habe jeden Tag neue Aufgaben.“ Manchmal sei es auch ganz gut, beim Redakteur direkt nachzufragen, welcher Bildausschnitt gewählt werden soll. Mediengestalter müssen in der Lage sein, mit Kollegen und Kunden schnell in Kontakt zu treten, meint Leon Hohenstein. Sie sollten auch offen für Kritik sein. „Wir setzen Aufträge für den Kunden um und arbeiten nicht für uns selbst“, erklärt der 21-Jährige, der aus Deetz (Potsdam-Mittelmark) stammt. Was ihm sehr gut gefalle, stoße beim Kunden vielleicht gar nicht auf Gegenliebe. Daher hat Leon Hohenstein für größere Aufgaben in der Regel drei Entwürfe im Angebot: einen komplett nach den Angaben des Kunden, einen mit einem etwas anderen Ansatz und einen als Mix aus den ersten beiden Entwürfen. Dann hat der Kunde die Qual der Wahl. 

In seiner Freizeit fotografiert der junge Mediengestalter viel und übernimmt für die Freiwillige Feuerwehr in Deetz, deren Mitglied er ist, die Kommunikation auf den Social-Media-Kanälen. Auch das gehört zu den Fertigkeiten, die er sich in der Ausbildung angeeignet hat. „Ein gewisses technisches Verständnis sollte man in dem Beruf haben“, sagt er. Auch wenn er meist für ein Printprodukt arbeitet, ist doch sein Arbeitsplatz voll digital. Zu seinem Rechner gehört ein kalibrierter Bildschirm, der die Farben genau so wiedergibt, wie sie später im Druck erscheinen. Zu seinem Wunschberuf ist Leon Hohenstein, der ein Fachabitur gemacht hat, auf einigen Umwegen gekommen. Als die Praktika in der 9. Klasse starteten, hatte er noch keinen richtigen Plan. Er hat sich im Restaurant-Betrieb und auf dem Bau ausprobiert. Aber das war nichts für ihn. Den Aha-Effekt erlebte er erst in einem Betrieb, der T-Shirts bedruckt. Hier arbeitete er mit Photoshop und konnte seine Kreativität ausleben. Auf der Suche nach einer Ausbildung in der Region stieß er dann auf die MAZ. Der Verlag sei das erste Unternehmen gewesen, das ihn zum Vorstellungsgespräch eingeladen hat. So fing alles an. Heute arbeitet Leon Hohenstein gerade in der Frühschicht der Tagesproduktion für die Zeitung. Er weiß, dass um die Mittagszeit unablässig Aufträge für die Bildbearbeitung einlaufen. Aber den Mediengestalter bringt so schnell nichts aus der Ruhe. 

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