Fluggerätemechanker/-in

Interview IV

Verrückt nach Flugzeugen

Emmely Brandt wird bei Rolls-Royce zur Fluggerätmechanikerin ausgebildet.

Manche Kindheitserlebnisse können sehr prägend sein. Für Emmely Brandt war es eine Flugreise in die Türkei. Beim Einsteigen in den Flieger durfte die damals Dreijährige ins Cockpit und war überwältigt von den vielen blinkenden Knöpfen. „Ich will Pilotin werden!“, rief sie aus. Die Faszination für die Luftfahrt ist geblieben. Seit September 2018 macht die 23-Jährige bei Rolls-Royce in Dahlewitz (Teltow-Fläming) eine Ausbildung zur Fluggerätmechanikerin in der Fachrichtung Triebwerktechnik. 

„Der Fluggerätmechaniker setzt einzelne Triebwerkbauteile zu einem gesamten Triebwerk zusammen, testet es, wartet es und repariert Bauteile“, erklärt die Berlinerin ihren künftigen Beruf. Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre. Du brauchst einen guten Schulabschluss mit Kenntnissen in Mathe und Physik, denn Du musst zum Beispiel verstehen, wie ein Motor funktioniert. Wichtig ist außerdem, dass Du gewissenhaft bist. Schließlich sorgst Du dafür, dass die Flugzeuge sicher ankommen. Klar, dass Du gern mit den Händen arbeitest – aber auch mit dem Köpfchen: „Wenn zum Beispiel etwas am Triebwerk nicht 100 Prozent funktioniert, bekommen wir Arbeitspläne, nach denen wir das Problem beheben. Dafür muss man manchmal kreativ sein und überlegen, wie man am besten ans Ziel kommt“, erklärt Emmely Brandt. Das schnelle, kreative Denken bei der Fehlerund Lösungssuche und dann das Umsetzen mache ihr besonders viel Spaß, so die Azubine. Darum hat sie sich gewünscht, in der Fachabteilung Rework, in der die Reparaturen stattfinden, auslernen zu dürfen. 

In die einzelnen Fachabteilungen kommst Du ab dem zweiten Ausbildungsjahr, nachdem Dir Deine Ausbilder in der Lehrwerkstatt die Grundlagen der Metallverarbeitung, den Umgang mit den Werkzeugen und verschiedene Fügeverfahren beigebracht haben. Zudem wird über die gesamte Ausbildung hinweg vermittelt, wie wichtig Verantwortungsbewusstsein und gewissenhaftes Arbeiten sind. In den Fachabteilungen vertiefst Du dann Dein Wissen, lernst zum Beispiel die Funktionsweise von Kolben- und Strahltriebwerken und den Umgang mit Prüfmitteln und Handbüchern. „Ab dem zweiten Lehrjahr darf man dann schon mitmachen an den Triebwerken“, berichtet Emmely Brandt. Du machst Dich mit den Triebwerkstypen vertraut, die bei Rolls-Royce Deutschland montiert, getestet und gewartet werden. Ab dem zweiten Lehrjahr ist Schichtdienst angesagt. Die Frühschicht beginnt um 6 Uhr, die Spätschicht um 14 Uhr. Bereits während der Ausbildung bekommst Du zusätzliche Schulungen und Qualifikationen. „Zum Beispiel haben wir einige große Bauteile, die wir mit dem Kran bewegen. So macht man schon während der Ausbildung einen firmeninternen Kranlehrgang“, so Emmely Brandt. Die Berufsschule absolvieren die Fluggerätmechaniker von Rolls-Royce am OSZ Dahme-Spreewald in Schönefeld. Zwei Wochen sind sie im Betrieb, eine Woche in der Berufsschule. Das Lehrgeld startet bei 1005 Euro und steigt auf 1177 Euro im vierten Lehrjahr. Hinzu kommen Urlaubs-, Weihnachtsund tarifliches Zusatzgeld sowie 30 Tage Urlaub. 

In einem Monat wird Emmely Brandt ausgelernt haben. Um ihren Ausbildungsplatz zu bekommen, hatte sie viel unternommen. Hat auf Ausbildungsmessen geschaut und so Rolls-Royce in Dahlewitz entdeckt. Hat mit den Ausbildern gesprochen, ihre Bewerbungsunterlagen gezeigt und hilfreiche Tipps bekommen. War mit ihren Eltern beim Tag der Ausbildung bei Rolls-Royce. Hat am Ende das Auswahlverfahren erfolgreich durchlaufen. Das liegt nun alles hinter ihr. Nun freut sich Emmely Brandt auf ihren Job bei Rolls-Royce. Wie viele Azubis wird sie direkt übernommen. Ist der Traum von der Pilotin ausgeträumt? „Nein. Aber ich wollte erst mal eine solide Ausbildung haben. Und meine Arbeit bei Rolls-Royce gefällt mir so gut, dass ich mich sehr freue, hierbleiben zu können“, so Emmely Brandt, die noch immer darüber staunt, dass „so große schwere Maschinen fliegen können und nicht vom Himmel fallen“. 

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