Medientechnologe – DRUCK –

Interview III

„Gedruckt wird immer“ 

Jonas Blossey macht eine Ausbildung zum Medientechnologen – Druck.

Es war nicht nur das Tempo, mit dem die Papierbahnen durch die Maschinerie rasen, das Jan Blossey schnell für den Beruf des Medientechnologen – Druck eingenommen hat. Fasziniert hat ihn besonders auch der Gegensatz: „Eine gewaltig wirkende Apparatur, die mit einem so feinen Werkstoff wie Papier arbeitet.“ An zwei Probetagen hatte er sich die Druckerei der Märkischen Allgemeinen Zeitung in Potsdam angesehen. Es sind dünne Papierbahnen, die in die Maschine quasi eingefädelt werden, über mehrere Decks bis in eine Höhe von 18 Metern fahren, dabei pro Sekunde fast 13 Meter zurücklegen und die auf ihrem Weg „bedruckt, perforiert, geschnitten, gefalzt oder auch geklammert werden“, erzählt Jonas Blossey begeistert und gleichzeitig detailliert. 

„Handwerklich arbeiten und auch kreativ sein“, umreißt er seinen Traumjob. Beides kann er umsetzen als künftiger Medientechnologe – Druck, wie der Beruf des Druckers korrekt bezeichnet wird. Denn trotz aller Digitalisierung der Maschinen, die über einen Touchscreen gesteuert werden, muss der Drucker auch direkt an ihnen arbeiten. Und er braucht ein „gutes Auge für die Farbnuancen“, wie der Potsdamer Jonas Blossey erklärt. Klar, ist die Farbstellung an der Maschine automatisiert. Aber es ist der Medientechnologe, der prüft, ob alles perfekt läuft, oder ob zum Beispiel eine Korrektur an den Farbwalzen vorgenommen werden muss oder die Regulation des Wassers angepasst werden sollte. 

Drei Jahre lang dauert die Ausbildung zum Medientechnologen normalerweise, die Jonas Blossey im August 2020 bei der Pressedruck Potsdam GmbH begonnen hat. Für den 24-Jährigen ist es der Neustart in seine berufliche Zukunft. Ursprünglich hat er Biologie studiert. Paläontologe wollte er werden. Doch während des Studiums hat er festgestellt, dass die ihm deutlich gewordenen Perspektiven nicht zu seinen Vorstellungen passten. Zudem störte ihn das Übermaß an Theorie. Theorie ist wichtig, ja. Aber bitte als Ergänzung zum handwerklichen Arbeiten. Jonas Blossey kann durch gute Leistung seine Ausbildungszeit verkürzen, sodass er wohl schon in diesem Jahr die Prüfung ablegen wird. Für ihn steht fest: „Der Beruf des Medientechnologen ist genau das Richtige für mich.“ Der Ausbilder, der ihn betreut, hat etwa sein Alter. Das macht die Kommunikation untereinander und das gegenseitige Verständnis gleich noch ein bisschen einfacher. 

 

Wer sich für eine solche Ausbildung interessiert, sollte nach den Erfahrungen von Jonas Blossey neben dem handwerklichen Geschick auch Interesse an den Produktionsabläufen mitbringen, mit Schichtarbeit klarkommen und ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen besitzen. „Als Drucker musst du dir vorstellen können, wie die Papierbahnen laufen“, erklärt er. An welcher Stelle werden sie geschnitten? Wo werden sie gewendet? Das sind wichtige Informationen, um die Kontrolle über die Produktionsabläufe zu haben. „Ein wenig Fitness kann auch nicht schaden“, hat er festgestellt. Schließlich wiegen die Papierrollen, die mit Wagen durch die Halle bugsiert werden müssen, bis zu 1,6 Tonnen. 

Das Schöne an diesem Beruf ist: „Du hast es in der Hand.“ Jonas Blossey meint das wortwörtlich. Denn der Medientechnologe – Druck nimmt als Erster die Zeitung in die Hand und kontrolliert die Qualität. „Diese Haptik ist immer da.“ Die schätzt er ganz besonders. Wenn er ein Buch liest, bevorzugt er nach wie vor die gedruckte Variante. Print lasse sich in seinen Augen angenehmer lesen als ein eBook. „Gedruckt wird immer“, sagt der Potsdamer. Ob es nun Zeitungen oder Verpackungen sind. Auch Stoffe werden bedruckt. Natürlich mit anderen Druckverfahren. Jonas Blossey jedenfalls hat seinen Traumberuf im zweiten Anlauf gefunden: „Ich mach das wirklich sehr gern.“ 

Jonas Blossey hat in der Druckerei der MAZ seinen Traumberuf gefunden. 

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