anne mahn amahn fotografie edited scaled
Foto: Mahn Fotografie

Von der Begeisterung zur Berufung: Fotografie von klein auf

Professionelle Fotografin? In einer Zeit, in der Handyfotos so alltäglich sind wie das Atmen oder Zähneputzen? Anne Mahn kennt diese Vorbehalte, die sie häufig zu hören bekommt. Allerdings nie in der Familie oder von den Freunden, denn sie wissen, dass Anne schon im Kindergarten Fotografin werden wollte. In dieser Zeit bekam die Teltowerin ihre erste Kamera von ihren Eltern – der Beginn einer langen, innigen Verbundenheit.  

Ausbildung zur Fotografin: Vom Hobby ins Fotoatelier

Aus der kindlichen Begeisterung wuchs eine Leidenschaft, die später in eine hochwertige Spiegelreflexkamera und viele Stunden des Ausprobierens und Lernens mündete. Anne Mahn legte ihr Abitur ab und wusste: „Ich will mein Hobby zum Beruf machen.“ Sie schrieb zwei Bewerbungen bei Fotografen mit Meisterbriefen und entschied sich für das Fotoatelier Nikolai in Hennigsdorf. Den schulischen Teil der Berufsausbildung vermittelte das OSZ Technik in der Potsdamer Jägerallee.  

Drei Jahre dauerte die Ausbildung, die Anne Mahn alles mitgab, was sie in ihrem Beruf braucht: das handwerkliche Können, ökonomisches Basiswissen, „aber auch die Förderung der Kreativität und in der Praxis die Bestätigung, dass ich ein gutes Gespür für Menschen habe. Und: Sie hat den Grundstein für meine Selbstständigkeit gelegt“, berichtet die Fotografin, die in dieser Zeit nicht nur die Höhen der digitalen Fotografie erklomm, sondern auch zu den Wurzeln des Berufs, der analogen Fotografie, zurückkehren konnte.  

Weiterbildung am OSZ Potsdam: Der Weg zur Meisterin im Fotografenhandwerk

„Ich liebe es“, bekennt sie und erzählt von Brennweiten, Belichtung, Kamera-Technik und der spannenden Arbeit im Labor. Der Ort, an dem sich erst zeigt, wie gut eine Aufnahme gelang. Nach dem erfolgreichen Abschluss ihrer Ausbildung flatterte ihr ein Angebot ins Haus: eine zweijährige Foto- und Medientechniker-Weiterbildung im OSZ Potsdam, direkt vor Ort wie Schule oder Studium. „Das war für mich ein Glückfall“, weiß Anne Mahn heute, „denn drei Viertel der Ausbildungsinhalte wurden mir beim Meisterstudium angerechnet.“ So war der restliche Teil für die 34-Jährige keine hohe Hürde. 

Seit 2016 ist sie Meisterin im Fotografenhandwerk. Das Glück lächelte ihr nochmals kräftig zu, denn seit Oktober 2024 ist sie stolze Inhaberin eines eigenen Fotostudios in Stahnsdorf. Das ist in der einstigen Tankstelle am Stahnsdorfer Dorfplatz in der Wilhelm-Külz-Straße. Ein Ort voller Film-Geschichte. Wo schon Matthias Schweighöfer, Alexandra Maria Lara, Karoline Herfurth, Tom Beck oder das Top-Model Toni Garrn vor der Kamera standen, lässt nun Anne Mahn neue Erinnerungen entstehen.  

Von Porträt bis Business: People- und Unternehmensfotografie aus einer Hand

Die junge Handwerksmeisterin hat sich auf Peoplefotografie spezialisiert „Das, was mir am meisten am Herzen liegt: Menschen und ihre Geschichten. Ob Portraits, Paar- und Familienfotos, Schwangerschaftsshootings oder natürlich Hochzeiten – ich liebe es, besondere Momente mit der Kamera einzufangen.“ Zudem bietet sie Businessfotografie von Innen- und Außenarchitektur über Produktfotografie bis hin zu Unternehmensportraits.  

Fotografie mit Leidenschaft: Zwischen Kreativität und wirtschaftlicher Realität

„Ich nehme mir viel Zeit für die Protagonistinnen und Protagonisten von der Ideenfindung bis zur Bilddramaturgie. Reich werde ich wohl nicht werden, aber meine Arbeit macht mir immer Spaß“, bringt es die kommunikative Fotografin auf den Punkt. Ein glatter Weg zum Erfolg, ohne Enttäuschungen und Zweifel? Anne Mahn wägt ihre Antwort sorgsam ab: „Natürlich hatte ich Glück, aber allein von meinem Beruf kann ich noch immer nicht leben. Ich arbeite – wie bereits in der Schul- und Ausbildungszeit – nebenbei.“  

Auf die Unterstützung durch ihre Familie konnte sie sich in all den Jahren verlassen. Und Anne baut sich gerade aktiv ihr berufliches Netzwerk auf. Wurde Mitglied im Regionalen Gewerbeverein Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf (TKS) und bereits in den Beirat des Vorstands gewählt. Gerade hat sie sich für einen Lehrgang angemeldet, den die IHK anbietet: Weiterbildung zum Social Media Manager. Zudem besucht die Meisterin Fotomessen und Workshops. „Ich denke, dass Weiterlernen zu jedem Beruf gehört.“  

Passende Stellen zum Artikel