
Gutes Arbeits- und Sozialverhalten ist gefragt
Es gibt ein Kriterium, auf das fast alle Unternehmen bei der Auswahl von Auszubildenden besonders achten, und das ist das Arbeits- und Sozialverhalten. So haben es verschiedene Befragungen ergeben. Das bedeutet aber nicht, dass Du mit schlechten Zeugnis-Beurteilungen in diesem Bereich keine Chance mehr hättest. „Es ist dann besonders wichtig, die Unternehmen in der Bewerbung motiviert anzusprechen“, sagt Ronald Person. Er ist Geschäftsführer der ZAL Berlin-Brandenburg GmbH in Wildau, die unter anderem Kurse zur Berufsorientierung und Verbundausbildung in Kooperation mit Unternehmen anbietet.
Persönliche Ansprache
Das heißt: Du solltest Dich vorher genau über die Firma informieren. Wer ist der oder die Personalverantwortliche? Dann beginnst Du die Bewerbung nicht allgemein mit „Sehr geehrte Damen und Herren“, sondern richtest sie an diese Person. Schreib, warum Du Dich genau für diesen Beruf begeistern kannst und welche Erfahrungen Du damit schon gesammelt hast.
Und zeige, dass Du Dich mit den Eigenschaften auskennst, um die es im Arbeits- und Sozialverhalten geht: Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und Ehrlichkeit. Fehlerfreie und formal tadellose Bewerbungsunterlagen gehören dazu.
Reagiert die Firma nicht sofort auf Deine Bewerbung, kannst Du nach einer Weile nachfragen. „Nach etwa zwei Wochen ist ein guter Zeitpunkt dafür“, sagt Ronald Person. Frage nach, ob Deine Bewerbung eingegangen ist und ob Du noch Unterlagen nachliefern sollst. Das zeigt, dass Du gewissenhaft bist.
Interesse an der Firma zeigen
Wirst Du zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen, musst Du natürlich zuerst einmal pünktlich sein. Dann solltest Du Dich interessiert zeigen und Fragen stellen, zur Firma und zum Beruf. „Fragen stellen kann das Eis brechen“, verrät Ronald Person. Eventuell kannst Du auch anbieten, zunächst einmal zum besseren Kennenlernen ein Praktikum von ein oder zwei Wochen in der Firma zu absolvieren. Damit zeigst Du Dein Interesse.
Durchhaltevermögen muss sein
Unternehmen fällt es oft sehr schwer, Ausbildungsplätze zu besetzen. Deshalb sind sie in manchen Fällen bereit, Abstriche zu machen. „Auch mit einer Vier in Mathe oder Physik kann es inzwischen klappen, eine Lehrstelle in einem technischen Beruf zu bekommen“, sagt Ronald Person. Die Personalverantwortlichen müssen aber den Eindruck haben, dass Du Durchhaltevermögen hast, die Ausbildung zu einem erfolgreichen Abschluss bringst und danach den Beruf gut ausführen kannst. Das bedeutet, dass sie keine Zweifel an Deiner Zuverlässigkeit und Gewissenhaftigkeit haben dürfen. In diesen Fragen machen sie keine Abstriche.
Text: Ulrich Nettelstroth